Tödliche Lebensmittelvergiftung
Botulismus

Was den Botulismus so gefährlich macht, wie er behandelt wird und wie stark die Überlebenschancen durch die Therapie steigen.

Botulismus verläuft unbehandelt fast immer tödlich

Botulismus verläuft unbehandelt fast immer tödlich (Foto: Yuriy Rudyy | Shutterstock)

Botulismus (lateinisch Botulus = Wurst) ist eine schwer verlaufende Lebensmittelvergiftung, die bei etwa 90% der Erkrankten tödlich verläuft. Bei entsprechender Therapie liegt die Sterberate bei 10%. Verursacht wird die Vergiftung durch Giftstoffe (Toxine), welche das Bakterium Clostridium butulinum bildet. Diese Bakterien befinden sich weltweit im Erdboden und in küstennahen Gewässern.

Infektion

Auslöser für diese Erkrankung sind zumeist Lebensmittelkonserven, die mit Clostridium verunreinigt sind. Unter Luftabschluss können sich diese Bakterien vermehren und bilden dann verschiedene Toxine. Schon 0,001 mg dieser Gifte können für den Menschen tödlich sein. Da die von den Bakterien gebildeten Sporen sehr hitzeresistent sind, können diese selbst bei Erhitzen auf 100 °C mehrere Stunden überleben und sich nach Öffnen der Konservenbüchse erneut vermehren und wiederum Gifte bilden. Aufgenommen werden die Giftstoffe vor allem über eiweißreiche Nahrung wie Fisch, Fleisch oder Hülsenfrüchte.

Symptome

Gelangt das Gift in den menschlichen Körper, treten meist plötzlich innerhalb von 12 bis 36 Stunden erste Symptome auf. Bei Aufnahme geringerer Mengen kann die Zeit der Infektion bis zum Ausbruch der Erkrankung bis zu zehn Tagen betragen. Je mehr Giftstoffe aufgenommen werden, desto schwerer verläuft die Vergiftung.

Bezeichnend für diese Krankheit ist eine Lähmung der Muskulatur. Zumeist sind die Augenmuskeln zuerst betroffen, was zu Doppelbildern, verschwommenem Sehen und Lichtscheu  führen kann. Im weiteren Verlauf kommt es zur Erlahmung der Lippen- und Zungen sowie der Gaumen- und Kehlkopfmuskulatur. Hieraus können Sprach- und Schluckstörungen resultieren. Bei Beteiligung innerer Organe treten Übelkeit, Erbrechen, Durchfälle und krampfartigen Bauchschmerzen auf. Ist die Erkrankung voll ausgeprägt tritt eine einer Lungenentzündung (Pneumonie) im Vordergrund. Neben der symptomatischen Diagnose kann das Toxin durch eine Blutuntersuchung nachgewiesen werden. Auch im Mageninhalt (z.B. Erbrochenem) sowie gegebenenfalls kontaminierten Nahrungsmittel lässt sich das Gift finden.

Behandlung

Bei Ausbruch der Erkrankung sollte umgehend zur Gabe eines Gegengiftes (Antitoxin) ein Arzt aufgesucht und eine sofortige Krankenhauseinweisung erfolgen. Botulismus ein medizinischer Notfall. Zögern Sie nicht, im Verdachtsfall, die 112 zu wählen und medizinische Hilfe anzufordern.

Vorbeugung

Zur Vorbeugung vor Botulismus sollten nur fachgerecht konservierte Lebensmittel aus Dosen und Gläsern verwendet werden. Vor dem Verzehren sind die Speisen ausreichend zu erhitzen. Bombierte (aufgeblähte) Konservendosen sind zum Verzehr nicht geeignet.

Ergänzungen?

Dipl.-W.Inf. Sebastian Fiebiger
Medizinjournalist

Bist Du an Botulismus erkrankt oder hattest Du auf andere Weise Kontakt mit dieser Erkrankung? Schreib uns Deine Erfahrungen, Ergänzungen und Fragen – direkt unter diesem Artikel, in den Kommentaren. Du hilfst damit auch anderen Lesern.

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