• Home
  • Magazin
  • Men
  • Blog
  • Style
  • Finanzen
  • Gesundheit
  • Reise
  • Stars
  • Lifestyle
  • Sport
  • Tech
  • Wissen
  • Fragen
Therapie gegen Angststörungen

Aufmerksamkeitslenkung – Behandlung bei Ängsten und Panikattacken

Angststörung

Angststörungen – gezielte Aufmerksamkeitslenkung verschafft Linderung (Foto: lightpoet | Shutterstock)

In diesem Artikel: Wie die Aufmerksamkeitslenkung Patienten, die unter einer Angststörung leiden, helfen kann und wie sie umgesetzt wird.

ICD-10: Panikstörung (episodisch paroxysmale Angst)

Ärztliche Anlaufstellen: Hausarzt, Psychotherapeut, Psychiater, Psychologe

Lesezeit: 4 Minuten

Angstgefühle haben eigentlich eine wichtige Warnfunktion und helfen dabei, in bedrohlichen Situationen richtig zu reagieren. Ohne Ängste kann schnell ein unvorsichtiges Verhalten eintreten, welches zu Gefährdungen führt. Dennoch können Ängste pathologisch werden und den Alltag erschweren. Hier hilft die Strategie der Aufmerksamkeitslenkung, um auf beruhigende Aspekte einer Situation zu fokussieren.

Die Angststörung

Die natürliche Schutzfunktion von Ängsten ist bei einer Angststörung nicht mehr gegeben. Hier werden Dinge als bedrohlich erlebt, die keine Gefahr darstellen; die Ängste sind übersteigert, nicht mehr angemessen und schränken die Lebensqualität teilweise massiv ein. Dies ist etwa dann der Fall, wenn eine Agoraphobie vorliegt. Betroffene erleben eine intensive Panik, die häufig für einen Herzinfarkt gehalten wird. Infolgedessen haben die Personen große Sorge davor, im Falle einer erneuten Attacke nicht rechtzeitig Hilfe zu erhalten. Alle Situationen, aus denen keine ummittelbare Flucht möglich ist (z.B. das Warten in einer Menschenmenge, das Fahren mit der Straßenbahn) lösen daher starke Beklemmungen aus.

Auch eine soziale Phobie, also eine übermäßige Sorge vor den Bewertungen anderer, kann zu Einschränkungen des Lebens führen und mit deutlichen Ängsten einhergehen. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl weiterer Angsterkrankungen, die immer mit einer überschießenden, unangemessenen und auch nicht gerechtfertigten Panikreaktion verbunden sind. Der Körper bereitet sich durch eine deutliche Steigerung der Herzrate, einem Anstieg des Blutdrucks und einer Intensivierung der Atmung auf eine Gefährdungssituation vor, die so gar nicht vorhanden ist.

Ablauf einer Panikattacke

Problematisch beim Entstehen von Panikattacken ist vor allem die Fokussierung auf den eigenen Körper. Betroffene haben zunächst ein leichtes Unwohlsein, fühlen sich in einer Situation unsicher oder haben eine leichte Vermeidungstendenz. Das allein führt noch nicht zur Panikreaktion. Die subjektiv erlebte Unruhe resultiert aber in einer negativen Erwartungshaltung; Körpersymptome werden beobachtet und negativ bewertet. So bemerken Personen etwa den leicht erhöhten Puls oder die etwas schnellere Atmung. Diese Symptome werden als Zeichen einer drohenden Panikattacke oder gar eines Herzinfaktes gedeutet; Betroffene steigern sich durch diese negative Bewertung gewissermaßen in ihre Angst hinein. Infolgedessen nimmt die körperliche Unruhe zu, die sich dann bis zu einer Angstattacke steigern kann. Die Methode der Aufmerksamkeitslenkung setzt genau an diesem Punkt an und will das Aufschaukeln der Angst verhindern.

Aufmerksamkeitslenkung

Die Aufmerksamkeitslenkung kann trainiert werden (Foto: Photographee.eu | Shutterstock)

Die Aufmerksamkeitslenkung

Wenn sich Betroffene in einer Situation befinden, die eine leichte Unruhe oder ein Unwohlsein auslöst, sollen sie sich gerade nicht auf den eigenen Körper konzentrieren, sondern ihre Aufmerksamkeit bewusst auf andere Dinge richten. Sie sollen etwa darauf achten, was sie gerade sehen und hören; welche Gerüche sie gegenwärtig wahrnehmen oder welche Dinge sie haptisch erfassen können (z.B. die Rinde eines Baumes tasten). Diese Ablenkung sorgt erst einmal dafür, dass die eigentlich harmlosen körperlichen Symptome nicht mehr so intensiv wahrgenommen werden.

Nachfolgend kann auch eine mentale Fokussierung auf neutrale Inhalte erfolgen. So kann beispielsweise darüber nachgedacht werden, welche Aufgaben heute noch zu erledigen sind, was eingekauft werden muss oder wie ein bevorstehender Ausflug geplant werden sollte. Ebenso sollten andere Menschen beobachtet werden, deren Mimik und Gestik oder die Betroffenen können zur Beruhigung einen Gegenstand genau fixieren. Dadurch werden die beginnenden körperlichen Angstsymptome weniger beachtet, es erfolgt kein Aufschaukeln der Angst mehr.

Dipl.-W.Inf. Sebastian Fiebiger
Medizinjournalist

Leidest Du unter einer Angststörung?

Was löst bei Dir die Angstattacken aus? Bist Du in Behandlung? Wie wurde bislang therapiert? Mit Erfolg? Ist die Aufmerksamkeitslenkung Teil Deiner Therapie? Funktioniert es für Dich?

Schreib uns Deine Erfahrungen, Ergänzungen und Fragen – direkt unter diesem Artikel, in den Kommentaren. Du hilfst damit auch anderen Betroffenen.

Kommentieren? 12.06.2019 Wichtige Hinweise
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
4,25 von 1-54 Stimmen
Loading...

Weitere Artikel zum Thema:
Kommentare:
Diskutieren, Fragen & Erfahrungsaustausch:
Zu diesem Beitrag gibt es noch keine Kommentare. Schreib einen!
Dein Kommentar:
« Online-Psychotherapie – Chancen, Probleme und Angebote
» Panikattacken – Was tun?