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So werden Panikattacken heute psychotherapeutisch behandelt

Panikattacken – Was tun?

Panikattacke

Panikattacken – Betroffene sind überrascht von der Heftigkeit der körperlichen Symptome (Foto: Minerva Studio | Shutterstock)

In diesem Artikel: Wie Panikattacken heute psychotherapeutisch behandelt werden, wie die einzelnen Behandlungsoptionen konkret aussehen und warum die Aufklärung der Patienten so wichtig ist.

ICD-10: F41.0 Panikstörung (episodisch paroxysmale Angst)

Lesezeit: 4 Minuten

Panikattacken treten vorwiegend im Rahmen einer Angststörung auf. Sie sind durch eine intensive Furcht sowie das Auftreten verschiedener körperlicher Stressreaktionen gekennzeichnet. Für Betroffene gehen die Symptome mit einem deutlichen Beeinträchtigungserleben einher. Viele Patienten entwickeln auch ein Vermeidungsverhalten, meiden also Situationen, in denen Attacken auftraten. Die Behandlung von Panikgefühlen basiert vorwiegend auf einer gezielten Konfrontation, aber ebenso auf der Aufklärung über die Symptome sowie dem Erlernen gegensteuernder Strategien.

Die Psychoedukation als Aufklärung über Symptome

Gerade weil sich die Panikattacken vorwiegend körperlich äußern, vermuten Betroffene zunächst eine physiologische Ursache. Das empfundene Herzrasen, die Atemnot, Schwindel und Übelkeit ähneln dem klinischen Bild eines Herzinfarkts, so dass häufig Notärzte oder zumindest Hausärzte erste Ansprechpartner für die Probleme sind. Werden in einer anschließenden Untersuchung Herzbeschwerden oder Kreislaufstörungen ausgeschlossen, bleiben die Patienten fragend zurück. Treten erneute Attacken auf, stehen sofort Zweifel an den Untersuchungsergebnissen im Raum und die Betroffenen sind verunsichert bzw. suchen wieder ärztliche Hilfe.

Für Viele ist es nicht vorstellbar, dass solch intensive körperliche Reaktionen von psychischen Problemen hervorgerufen werden können. Manchmal ist das Angstgefühl auch nicht im Vordergrund, sondern es werden vorwiegend die körperlichen Symptome wahrgenommen. Ein wesentlicher Teil der modernen Therapie ist daher die Psychoedukation, also die Aufklärung über Ursachen und Begleiterscheinungen der Störung. Zudem werden die Stressreaktion des Körpers und deren Zweck als Abwehrprogramm erläutert (z.B. Vorbereitung auf körperliche Anstrengung), um daraus erste Schlussfolgerung für den Umgang mit den Attacken anzuleiten (z.B. körperliche Anspannung herstellen).

Das Erkennen der ersten Symptome

Panikattacken werden oftmals als übermächtig und zufällig auftretend empfunden. Sie beginnen jedoch häufig mit einigen abgeschwächten Symptomen, in welche sich die Betroffenen gewissermaßen hineinsteigern. So kann etwa zunächst ein Unwohlsein oder eine leichte Aufregung bemerkt werden. Die Betroffenen sorgen sich wegen dieser Wahrnehmungen, spüren vielleicht auch einen beschleunigten Herzschlag und sind daher noch mehr besorgt. Die Aufmerksamkeit wird auf die körperlichen Symptome gerichtet, die sich dann weiter aufschaukeln. So entsteht eine manifeste Panikattacke.

Patienten werden daher in der Therapie darauf trainiert, diesen ersten Symptomen mit gezielten Ablenkungsstrategien zu begegnen. Betroffene können dann versuchen, sich auf etwas in der Umgebung zu konzentrieren (ein Bild o.ä.), dieses ganz genau zu beschreiben oder einzelne Sinne stark zu beanspruchen (z.B. den Fernseher sehr leise zu drehen und dem Programm dennoch zuhören). Die Aufmerksamkeit wird somit vom Körper weggelenkt, was ein Aufschaukeln der Symptome verhindert.

Panikattacken Behandlung

Panikattacken – vor der Therapie steht die Diagnose (Foto: wavebreakmedia | Shutterstock)

Adaption an die Panikgefühle

Zusätzlich zum Gegensteuern bei der Wahrnehmung erster Symptome sollen Patienten in der modernen Behandlung auch lernen, die Attacken auszuhalten und nicht mit einem Fluchtverhalten zu reagieren. Dies kann besonders schwierig sein, da die Panik einer Todesangst gleichkommt. Wenn die Angstattacke aber als Anlass genommen wird, so schnell wie möglich aus einer Situation zu flüchten, dann erfolgt keine Adaption, also keine Gewöhnung. Die Situation wird auch weiterhin als gefährlich eingestuft und gemieden, was ein Ausbreiten der Symptomatik zur Folge haben kann. Wird der Betroffene hingegen dazu gebracht, die Panik auszuhalten, nimmt diese intensive körperliche Reaktion schnell ab, da die gefürchteten Konsequenten nicht eintreten. Nachfolgende Angstattacken sind dann meist schwächer oder verlieren sich ganz.

Fazit

Insgesamt ist daher ein multimodales Vorgehen gefragt. Zur Behandlung der Paniksymptomatik werden also verschiedene Vorgehensweisen kombiniert – das Aufklären über die körperlichen Vorgänge, das Erlernen gegensteuernder Strategien sowie eine Adaption an die Panik, indem die angstauslösende Situation in der Therapie bewusst nicht verlassen wird. So kann bei vielen Betroffenen eine schnelle Besserung erreicht werden.

Dipl.-W.Inf. Sebastian Fiebiger
Medizinjournalist

Leidest Du unter Panikattacken?

Bist Du deshalb in Behandlung? Was wurde schon unternommen? Ist die Therapie erfolgreich? Hast Du eigene Strategien entwickelt, mit den Angstattacken umzugehen?

Schreib uns Deine Erfahrungen, Ergänzungen und Fragen – direkt unter diesem Artikel, in den Kommentaren. Du hilfst damit auch anderen Betroffenen.

Kommentieren? 05.06.2019 Wichtige Hinweise
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