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Behandlung, Lebenserwartung & Forschung

Glioblastom (WHO Grad 4)

Hirntumor im menschlichen Schädel

Hirntumor im menschlichen Schädel (Abbildung: Sebastian Kaulitzki | Shutterstock)

In diesem Artikel: Welche Behandlungsmöglichkeiten es bei einem Glioblastom gibt, wie der Verlauf und die Prognose aussehen und welche neuen Studien durchgeführt werden.

ICD-10: C71 Bösartige Neubildung des Gehirns

Ärztliche Anlaufstellen: Hausarzt, Radiologe, Neurologe

Lesezeit: 4 Minuten

Das Glioblastom ist der am häufigsten auftretende Hirntumor. Er gehört zu den agressivsten Krebserkrankungen mit der schlechtesten Prognose. Glioblastome entstehen als Rezidive niedergradiger Astrozytome oder gänzlich neu.

Behandlung

Die Behandlung des Glioblastoms entspricht dem vollen Repertoire der Krebsbehandlung. Neben den drei Klassikern – Operation, Chemotherapie und Bestrahlung – werden inzwischen auch experimentelle Therapie eingesetzt. Dazu gehören bspw. die Behandlung mit Parvoviren, die Immuntherapie und die Therapie mit Nanoteilchen.

Operation

Wenn die Lage des Tumors und der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten es erlaubt, wird man zunächst eine Operation durchführen. Dabei wird der knöcherne Schädel des Patienten geöffnet und soviel Tumormasse entfernt wie möglich. Da das Glioblastom aber in das Hirngewebe hineinwächst und sich nicht klar davon abgrenzt, ist es nahezu unmöglich, den Tumor vollständig zu entfernen.

Selbst bei nahezu vollständiger Entfernung des Tumors bleiben Tumorzellen im Hirn zurück, die in den meisten Fälle für das auftreten eines Rezidiv innerhalb von wenigen Monaten nach der Therapie sorgen.

Bestrahlung

In vielen Fällen wird parallel zur Chemotherapie – oder im Wechsel mit dieser – bestrahlt. Dabei wird versucht, das gesunde Hirngewebe zu schonen und nur die Areale zu bestrahlen, die vom Tumor befallen waren.

Chemotherapie

Temodal: Im Rahmen der Chemotherapie wird aktuell (11/2008) verstärkt auf Temodal (Temozolomid) gesetzt. Die Überlebenszeit der Patienten konnte in Studien durch Einsatz dieses die Blut-Hirn-Schranke überwindenden, oral eingenommenen Zytostatikums deutlich gesteigert werden. Im Moment experimentiert man mit verschiedenen Verabreichungsintervallen (1 Woche, 1 Woche off – 3 Wochen, 1 Woche off) um Resistenzen zu vermeiden und die Überlebenszeit der Patienten weiter zu steigern.

Antikörper-Therapie

Das Glioblastom gehört noch immer zu den aggressivsten Tumoren mit nur geringen Heilungschancen. In den USA erprobt man jetzt eine Antikörpertherapie, die gegen bestimmte Formen des Hirntumors gerichtet ist. In einem Artikel berichtet diepresse.com über einen neue Therapieansatz bei der Behandlung des Glioblastoms. Es ist die Rede von einer Phase II Studie, die ausschließlich in den USA läuft. Die durch die Impfung gebildeten Antikörper sollen gezielt Zellen mit einem mutierten Wachstums-Rezeptor angreifen und vernichten. Allerdings ist die Erprobung dieser Therapie nur auf eine bestimmte Form des Glioblastoms (EGFRvIII Rezeptor positives Glioblastom) ausgerichtet.

Es werden noch keine Ergebnisse aus der Studie genannt. Die befragte Ärztin geht aber davon aus, dass die Therapie eine deutlich Verbesserung der Überlebensdauer von Glioblastom-Patienten möglich macht.

Prognose / Lebenserwartung

Die Prognose beim Glioblastom ist nach wie vor schlecht. Trotz invensiver Forschungsbemühungen liegt die 5-Jahres-Überlebensrate im niedrigen, einstelligen Bereich. Einige, vielversprechende neue Studien konnten allerdings die mittlere Überlebensdauer auf deutlich über ein Jahr steigern. Mit der Entwicklung von modernen Chemotherapien häufen sich Einzelberichte von Langzeitüberlebenden.

Die Neuro-Onkologie der University of California veröffentlicht Realtime-Daten1 zum Überleben von Glioblastom Pantienten in Abhängigkeit vom Alter:

  • 20-35 Jahre: 2,7 Jahre
  • 35-50 Jahre: 1,9 Jahre
  • 50-70 Jahre: 1,3 Jahre
  • 70-100 Jahre: 1,0 Jahre

(Stand: 11/2008)

Verlauf

Glioblastompatienten sterben leider noch immer innerhalb weniger Monate oder Jahre. Eine vollständige Heilung gelang bisher nur in Einzelfällen. Durch die modernen Therapieverfahren kann der Verlauf der Erkrankung nur gebremst werden. Die meisten Patienten entwickelt nach einem Behandlungszyklus innerhalb weniger Monate ein Rezidiv.

Symptome

Die Symptome des Glioblastoms gleichen denen für Hirntumore typischen Symptomen.

Studien & Daten

Patientenerfahrungen

Dipl.-W.Inf. Sebastian Fiebiger
Medizinjournalist

Patientenerfahrungen gesucht:

Kennst Du von einem Glioblastom Betroffene, die lange Zeit überlebt haben? Wie wurde behandelt? Schreib uns Deine

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Kommentare:
Diskutieren, Fragen & Erfahrungsaustausch:
Zu diesem Beitrag gibt es schon 44 Kommentare. Diskutiere mit!
  • 🕝 Thomas Dettbarn

    Ich habe auch eine Glioblastom Grad4 und auch schon mehrere Therapien mitgemacht. Aber ich habe soviel abgenommen und keine Kraft mehr für Neues. Deswegen habe ich mich entschieden, mit der Behandlung aufzuhören.

    Immer neue Sachen machen, „wir haben da noch eine Idee“, nee ich nicht mehr. Ich will und kann nicht mehr. Ich warte einfach auf die Krampfanfälle und hoffe ich kriege mal einen schweren und merke dann nicht mehr, was man mit mir macht.

  • 🕝 Sebastian

    Ja, Thomas ich kann Dich gut verstehen.

    Die Abwägung zwischen Überlebensdauer und Lebensqualität kann nur der Patient treffen. Die Ärzte werden sich in den meisten Fällen für die Maximallösung entscheiden.

    Ich wünsche Dir und Deiner Familie die Kraft, die ihr jetzt braucht.

  • 🕝 Jenny Rausch

    Ich bin 2011 an einem glio4 erkrankt. Nach op, Bestrahlung und Chemotherapie geht’s mir weiterhin richtig gut. Eine vierteljährliche mrt Untersuchung gibs regelmäßig. Meine Ärztin ist total gerührt und meint immer ich mach alles richtig. Vielleicht gibt es ja doch sowas wie selbstheilung.

  • 🕝 Sebastian

    Mensch Jenny, das ist ja toll! Solche Geschichten liest man leider viel zu selten.

    Hast Du etwas besonderes gemacht (Ernährungsumstellung, neue Verhaltensweisen, Nahrungsergänzung, Naturheilkunde)?

    Und welches Chemotherapeutikum wurde bei Dir verwendet?

  • 🕝 Jenny Rausch

    Ich habe eine 22 monatige Einnahme von themodal hinter mir. Ist mir soweit gut bekommen. Mein Leben habe ich in sofern umgestellt das ich jeden Tag anders genieße. Ich lass keine Probleme an mich ran.

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