Krankheiten
Astrozytom (WHO Grad I, II und III)

Bestrahlung eines Hirntumor-Patienten

Bestrahlung eines Hirntumor-Patienten (Foto: John Panella | Shutterstock)

Das Astrozytom ist ein Gehirntumor, der sich aus den zum Stützgewebe (Glia) des Gehirns gehörigen Astrozyten bildet.

Symptome

Das Astrozytom manifestiert sich in den typischen Symptomen eines Hirntumors – insbesondere:

  • Epileptischer Anfall
  • Kopfschmerzen
  • Persönlichkeitsveränderungen
  • Lähmungen

Diagnose

  • MRT / CT
  • Anamnese
  • Hirnbiopsie

Bei verdächtigen Symptomen wird man zunächst mittels Bildgebung (MRT / CT) das Gehirn untersuchen. Bei positivem Befund dient die Anamnese dem Ausschluss der Differentialdiagnosen. Die Probenentnahme (Hirnbiopsie) mit anschliessender feingeweblicher Untersuchung dient der Diagnosesicherung.

WHO-Klassifizierung

Pilozytisches Astrozytom (WHO-Grad I)

Das pilozytitsche Astrozytom ist ein Hirntumor, der zur Gruppe der Astrozytome gehört. Er tritt gehäuft im Kindesalter auf und gilt aufrund seines langsamen Wachstums und seiner feingeweblich guten Differenzierung als benige. (gutartig)

Diffuses Astrozytom (WHO-Grad II)

Das diffuse Astrozytom ist ein Hirntumor, der zur Gruppe der Astrozytome gehört. Der gehäuft im jungen Erwachsenenalter auftretende Tumor wächst in der Regel langsam und ohne klare Grenze zum angrenzenden Hirngewebe. Rezidive des diffusen Astrozytoms manifestieren sich oft als anaplastisches Astrozytom oder als Glioblastom.

Anaplastisches Astrozytom (WHO-Grad III)

Das anaplastische Astrozytom ist ein Hirntumor, der zur Gruppe der Astrozytome gehört. Feingeweblich zeigt das anaplastische Astrozytom klare Merkmale der Böseartigkeit. Es wächst in der Regel schnell und kann sowohl aus einem diffusen Astrozytom entstehen oder sich auch gänzlich neu bilden.

Behandlung

Die Behandlung richtet sich nach der Art des Astrozytoms. Die gängigen Therapie-Schemata halten sich aber an die von anderen Krebsarten bekannte 3er-Therapie aus Operation, Strahlentherapie und anschließender Chemotherapie.

Operation

Eine Operation zur Entfernung des Astrozytoms wird – sofern sie denn möglich ist – in den meisten Fällen der erste Schritt sein. Das bisherige Vorgehen – den Tumor so früh wie möglich operativ zu entfernen – ist zur Zeit (11/2008) in der Diskussion. Bei Patienten ohne neurologische Ausfälle konnte in Studien kein Vorteil durch eine sofortige Operation gegenüber dem Abwarten und Beobachten festgestellt werden.

Erfahrungsberichte von Patienten

Dennis Schmidt berichtet über sein Leben mit dem Astrozytom. Nach zwei Operationen (1995: Astrozytom Grad II und 1996 Astrozytom Grad III ist er rezidivfrei – Stand 11/2008)

http://www.d-schmidt.onlinehome.de/

Infoseiten zum Astrozytom

Astrozytome & Glioblastome bei der Deutschen Krebsgesellschaft
(mit Vorstellung aller 4 WHO-Grade inkl. MRT Aufnahmen)
http://www.krebsgesellschaft.de/pat_ka_hirntumor_astrozytom_glioblastom,108175.html

Anlaufstellen für Betroffene

Hirntumor-Mailingliste: Auf dieser Mailingliste (die Nachrichten werden per E-Mail versendet/empfangen) treffen sich Betroffene, Wissenschaftler und Ärzte und tauschen ihr Wissen, ihre Erfahrungen, aber auch ihre Gefühle und Gedanken aus.
http://listi.jpberlin.de/mailman/listinfo/hirntmr

Hirntumor-Forum beim Krebs-Kompass: Der große Krebs-Plattform Krebs-Kompass bietet ein gesonderes Forum für Hirntumor-Patienten. Da hier aber vor allem Patantien lesen und schreiben, eignet es sich eher zum Erfahrungsaustausch und zum gegenseiten Mutmachen. Hier schreiben auch viele Angehörige und Ex-Patienten:
http://www.krebs-kompass.org/forum/forumdisplay.php?f=19

Astrozytom-Forum bei Hirntumor.de: Auch hier tauschen sich vor allem Betroffene und Angehörige zum Thema Astrozytom aus.
http://www.hirntumor.de/forum/index.php/board,33.0.html

Englischsprachige Ressourcen

ABTA – American Brain Tumor Association
http://www.abta.org/

Sebastian Fiebiger: Hast Du Angst, unter einem Astrozytom zu leiden? Warum? Welche Symptome sind bei Dir bereits aufgetreten? Oder wurde bei Dir bereits ein Astrozytom diagnostiziert? Wie wird es bereits therapiert? Mit welchen Anzeichen hat er sich bemerkbar gemacht? Schreib uns Deine Erfahrungen, Ergänzungen und Fragen – direkt unter diesem Artikel, in den Kommentaren. Du hilfst damit auch anderen Betroffenen.

1 Kommentar 02.04.2018
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Kommentare:
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  • 🕝 Fede

    Im September letzten Jahres bin ich an einem anaplastischen Astrozytom operiert worden. Da leider relativ viel Tumorgewebe geblieben ist, wurde die Nachbehandlung wie bei einem Grad IV durchgeführt; also sechs Wochen Bestrahlung und Chemotherapie gleichzeitig. Das war natürlich anstrengend, aber ich wollte es wenigstens probieren und hätte bei Problemen eine der Behandlungen abbrechen können. Letztendlich habe ich die Doppelbehandlung besser vertragen als gedacht; am schwierigsten ist immer noch das Aufstehen, denn ich bin sehr müde und geschafft. Mein Glück war wohl, dass ich körperlich sehr fit war und aus diesem Grund genug Kraft für beide Behandlungen hatte. So schlimm die Diagnose „Hirntumor“ mit 35 Jahren auch sein mag, hat man jedoch mehr Kraft dagegen anzukämpfen. Aber auch der Tumor nutzt das Alter für sich aus; er hat selber mehr Kraft und wächst schneller. So auch in meinem Fall. Vor drei Wochen hatte ich ein MRT zur Kontrolle und leider ist er trotz dreifacher Behandlung weitergewachsen! Kaum zu glauben! Nun drücken also sowohl die durch Bestrahlung und Chemotherapie abgestorbenen Tumorzellen wie auch die neu wachsenden auf den Rest des Gehirns, was wiederum dazu führt, dass die Symptome von vorher wiederkehren. Nun werde ich nächste Woche zum zweiten Mal operiert und hoffe, dass ich anschließend in eine Studie aufgenommen werden kann.
    Das wichtigste ist auf jeden Fall immer, an das zu glauben, was man tut, also in diesem Falle, an die jeweilige Behandlungsmethode.
    Ich wünsche allen viel Kraft und Ausdauer! Drückt mir nächste Woche die Daumen!

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