Symptome, Anzeichen, Ernährung und BehandlungDiabetes

Diabetes - Ohne Insulin funktioniert der menschliche Stoffwechsel nicht

Diabetes – Ohne Insulin funktioniert der menschliche Stoffwechsel nicht (Foto: mashe | Shutterstock)

Diabetes – die umgangssprachliche Zuckerkrankheit – ist auf dem Vormarsch – insbesondere Typ 2 ist auf dem besten Weg, sich zur Volksseuche zu entwickeln. Nach aktuellen Schätzungen sind weltweit rund 382 Millionen Menschen erkrankt – bis zum Jahre 2035 werden es knapp 600 Millionen sein.

Als Diabetes oder Zuckerkrankheit wird eine der vielen Stoffwechselerkrankung bezeichnet. Der Harn der erkrankten Personen weist einen erhöhten Blutzuckerspiegel auf. Deshalb bezeichnet man die Erkrankung als Diabetes mellitus – das Wort kommt aus dem Griechischen und heißt übersetzt ‚honigsüßer Durchfluss‘. Hyperglykämie, der erhöhte Zuckerspiegel des Blutes, hängt überwiegend mit der Menge an Insulin, einem Regelungshormon, das für den Zuckerstoffwechsel im Körper nötig ist, zusammen.

Laut einer Studie der Weltgesundheitsorganisation WHO sind ca. 350 Millionen Menschen von Diabetes betroffen. Da Diabetes im Anfangsstadium keine Beschwerden verursacht, wird geschätzt, dass weit mehr Menschen darunter leiden. Viele Menschen leben mit dieser Krankheit, ohne es zu wissen. Als Hauptursachen dieser sich weltweit ausbreitenden  Erkrankung (Typ 2)  gelten Fehlernährung, Bewegungsarmut und Übergewicht.

Diabetes Typ 1 vs. Typ 2

Bei Diabetes Typ 1 handelt es sich um eine Autoimmunkrankheit, die auf genetische Faktoren und/oder Umwelteinflüsse zurückzuführen ist. Da für den Ausbruch der Erkrankung kein einzelner Faktor ursächlich ist, gestaltet sich die Suche nach den Auslösern als schwierig. Sie ist Gegenstand intensiver Forschung.

Aus unklaren Gründen zerstört das körpereigene Immunsystem die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse. Dadurch kommt es innerhalb weniger Tage zum Ausbleiben der Insulinproduktion. Diabetes Typ 1 tritt bereits im Kindes- und Jugendalter auf.

Diabetes Typ 2 ist vorwiegend auf Übergewicht, Bewegungsmangel und Fehlernährung zurückzuführen. Aber auch hier geht man von einer genetischen Prädisposition aus. Diabetes Typ 2 tritt im Erwachsenenalter auf.

Symptome

Ein erhöhter Blutzuckerspiegel ruft typische Symptome hervor:

  • ständiger Harndrang – auch nachts
  • starker Durst
  • Schwächegefühl, Leistungsabfall, chronische Müdigkeit
  • ungeklärter Gewichtsverlust
  • Kopfschmerzen
  • Juckreiz der Haut
  • Anfälligkeit für Infekte
  • verzögerte Wundheilung
  • Mundgeruch nach Azeton
  • plötzlich nachlassende Sehkraft
  • Taubheitsgefühle
  • Kribbeln in den Gliedmaßen
  • Potenzstörungen

Durch die verstärkte Ausscheidung von Zucker über den Urin, äußert sich ein Diabetes häufig mit trockener und juckender Haut. Zusätzlich können ein verstärktes Durstgefühl und vermehrter Harndrang auftreten. 

Diabetes greift das Immunsystem an. Eine schlechtere Durchblutung ist die Folge und Wunden verheilen langsamer. Das geschwächte Immunsystem ist auch für die höhere Anfälligkeit für Infektionskrankheiten ursächlich. Eine Häufung von grippalen Infekte, Erkältungen, Harnwegsinfektionen – ja, selbst als harmlos diagnostizierter Fußpilz – können auf Diabetes hindeuten. Auch Parodontitis tritt häufig als Begleiterkrankung bei Diabetes auf.

Diese Symptome können bei Typ 1 und Typ 2 auftreten. Bei Typ 2 Diabetes sind die Symptome oft milder und schleichen sich ein, da der Blutzuckerspiegel langsam, über Monate oder Jahre hinweg ansteigt. Häufig bleibt die Zuckererkrankung dadurch zunächst unentdeckt. Wird Diabetes zu spät erkannt, begünstigt dies die Entstehung diabetischer Folgeschäden.

Beim Diabetes Typ 1 verlieren Patienten rasch an Körpergewicht, weil die Zellen den Energiebedarf durch die schlechte Blutzuckerverwertung  nicht mehr decken können  und  die Fettdepots angreifen. Der Atem der Betroffenen riecht nach Aceton und erinnert an Nagellackentferner oder überreifes Obst. Dieser Geruch ist ein Zeichen des starken Insulinmangels.

Was tun, falls Symptome auftreten?

Wenn die typischen Symptome auftreten, sollte man umgehend einen Arzt aufzusuchen und den Blutzuckerspiegel prüfen lassen. Die Diagnose Diabetes wird dann bestätigt, wenn mehrere Messungen einen erhöhten Blutzuckerspiegel zeigen. Der Blutzuckerspiegel in nüchternem Zustand sollte nicht mehr als 126mg/dl betragen.

Das Bestimmen des Blutzuckerspiegels ist für Diabetiker tägliche Routine

Das Bestimmen des Blutzuckerspiegels ist für Diabetiker tägliche Routine (Foto: Image Point Fr | Shutterstock)

Behandlung

Eine Diagnose mit Diabetes Typ 1 bedeutet, dass mit einem hohen Maß an Wahrscheinlichkeit lebenslang Insulin gespritzt werden muss. Der Zuckerspiegel muss mehrmals am Tag gemessen werden, damit es nicht zu einer Unterzuckerung kommt. Durch die kleinen Zuckermessgeräte lässt sich dies einfach bewerkstelligen und ermöglicht dem Patienten ein nahezu problemloses Umgehen mit seiner Erkrankung. Eine Veränderung der Ernährungsgewohnheiten ist unumgänglich. Die Zufuhr von Kohlehydraten muss kontrolliert werden. Gemessen wird in sog. Broteinheiten (BE).

Bei Diabetes Typ 2 kann in einigen Fällen zunächst eine konservative Therapie aus Ernährungsumstellung, Steigerung der sportlichen Aktivität und Reduzierung des Übergewichts versucht werden. Bei einem fortgeschrittenen Typ 2 Diabetes steht die medikamentöse Therapie bzw. die Insulingabe im Mittelpunkt.

Bei beiden Diabetes-Typen ist es unumgänglich, umfangreiche Beratung in Anspruch zu nehmen. Diabetes ist eine ernst zunehmende Erkrankung. Allerdings haben Betroffene bei richtiger Behandlung nur geringe Einschränkungen des täglichen Lebens zu befürchten.

Diabetes Folgeschäden

Wird Diabetes nicht behandelt, kann dies zu Folgeschäden und lebensgefährlichen Erkrankungen führen:

Arteriosklerose ist eine der typischen Folgeerkrankungen, bei der es in den Blutgefäßen zu Ablagerungen und Versteifungen kommt. Die Organe werden dadurch schlechter mit Blut versorgt. Herzkreislauferkrankungen wie Schlaganfälle, Herzinfarkte oder Angina Pectoris werden wahrscheinlicher. Die sogenannte ‚Schaufensterkrankheit‘ bekam ihren Namen durch das oftmalige Stehenbleiben der Patienten, da ihre Beine schmerzen. Diese Schmerzen werden von Durchblutungsstörungen verursacht.

Bei Durchblutungsstörungen kommt es auch verstärkt zum ‚Wundsein‘ der Haut. Wunden heilen sehr schlecht oder gar nicht. Der sogenannte diabetische Fuß ist ein Folgeschaden des Diabetes, der durch das Absterben von Gewebe entsteht. Die Nekrose führt im fortgeschrittenen Stadium zum ‚schwarz werden‘ des Fußes und macht eine Amputation erforderlich. Missempfindungen der durch Diabetes geschädigten Nervenfasern führen zu Kribbeln oder ‚Ameisenlaufen‘. Schmerzen werden stärker wahrgenommen als vor der Erkrankung.

Auch die Netzhaut des Auges wird durch die schlechte Durchblutung in Mitleidenschaft gezogen. Eine fortgeschrittene Netzhautschädigung kann zur Erblindung führen. Die Niere ist für die Filterung des Blutes zuständig und deshalb von sehr vielen Blutgefäßen durchzogen. Diabetes kann zu einer Schädigung dieser Blutgefäße beitragen und in einer reduzierten Filtrationsleistung oder dem Versagen der Niere resultieren. Die Ansammlung von Triglyceriden in der Leber kann zu deren Verfettung und Leistungsminderung führen.

Abschließend ist zu bemerken, dass man mit Einhaltung einer modernen Diabetes-Therapie keine oder nur kaum Folgeschäden zu befürchten hat.

Vorbeugung

Bewegung und die richtige Ernährung beugen Diabetes vor

Bewegung und die richtige Ernährung beugen Diabetes vor (Foto: oleksajewicz | Shutterstock)

Bewegung

Ein enorm wichtiger Faktor zur Vorbeugung von Typ-2-Diabetes ist die Bewegung. Aktive, schlanke Menschen erkranken deutlich seltener an Diabetes. Wer sich regelmäßig bewegt, regt den „Hunger“ der Muskeln auf Glukose an. Darüber hinaus wird vermehrt Insulin ins Blut ausgeschüttet und sorgt für, dass Glukose schneller in die Zellen transportiert werden kann.

Ernährung

Der zweite bedeutende Baustein in der Prävention von Typ-2-Diabetes ist die Ernährung. Sie sollte möglichst sehr ballaststoffreich sein: Komplexe Kohlenhydrate, die vor allem in Gemüse und in Vollkornprodukten enthalten sind, stellen die wichtigsten Nahrungsmittel dar. Das liegt daran, dass der Körper komplexe Kohlenhydrate nicht so einfach in Glukose spalten kann. Der Blutzuckerspiegel steigt langsamer an. Zudem ist es ratsam, fettarm zu essen. Es sollten maximal 30 % der Nahrung aus Fetten stammen. Wurst und fettreiches Fleisch wird am besten ganz vom Speiseplan gestrichen. Stattdessen sind magere Geflügelsorten wie Hähnchen oder Pute eine gute Alternative. Wenn der Körper Fette aufnimmt, dann im Idealfall Omega-3-Fettsäuren, die unter anderem in Seefisch sowie in Olivenöl enthalten sind.

Körpergewicht

Das Körpergewicht ist ein wichtiger Indikator, wenn man sich vor Diabetes schützen möchte: Selbst leichtes Übergewicht stellt einen Risikofaktor für Diabetes dar.

Rauchen

Es wird zudem empfohlen, zugunsten der Prävention vor Typ-2-Diabetes auf das Rauchen zu verzichten – möglichst vollständig. Der Zigarettenkonsum wirkt sich negativ auf den Blutzuckerspiegel aus, selbst wenn passiv geraucht wird. Eine aktuelle Studie beweist: Menschen, die am Arbeitsplatz oder Zuhause Zigarettenrauch ausgesetzt sind, entwickelten im Vergleich zu Menschen, welche solche Bereiche mieden, zweimal so häufig Typ-2-Diabetes.

Diabetes Typ 1 vorbeugen

Wer sich vor Typ-1-Diabetes schützen möchte, hat im Vergleich zu Typ-2-Diabetes deutlich begrenztere Möglichkeiten. Die Studienlage ist noch sehr dünn. Kinder von Elternteilen, die an Typ-1-Diabetes leiden, entwickelten laut einer in Finnland durchgeführten Studie deutlich seltener die Krankheit, wenn sie in den ersten acht Lebensmonaten keine Kuhmilch zu sich nahmen.

Sebastian Fiebiger: Hast Du Diabetes? Wie wird er bei Dir behandelt? Bist Du mit den Ergebnissen zufrieden? Wie wurde die Diabetes-Erkrankung bei Dir festgestellt? Mit welchen Symptomen hat sie sich geäußert? Hast Du Tipps für andere Diabetiker? Schreib uns Deine Erfahrungen, Ergänzungen und Fragen – direkt unter diesem Artikel, in den Kommentaren. Du hilfst damit auch anderen Betroffenen.

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