Die beliebtesten Ammenmärchen über den HaarausfallMythen über Haarausfall – Die Ursachen sind Unsinn

Es gibt unzählige Mythen über Haarausfall. Wir erklären, welche Ursachen für ausfallende Haare kompletter Unsinn sind.

Über den Haarausfall kursieren viele Mythen

Über den Haarausfall kursieren viele Mythen (Foto: Image Point Fr | Shutterstock)

Jeder Mensch versucht auf seine Weise, die Haarpracht zu schonen und somit gesund zu halten. Wer die Anlagen dazu besitzt, hat scheinbar keine Chance gegen Geheimratsecken, Tonsur oder Komplettglatze. Oder doch? Im Laufe der Zeit manifestierten sich eine Menge Mythen über Haarausfall. Was ist dran an Meinungen, Aberglaube und versuchten Hausrezepten?

Pflegeempfehlungen gegen Haarausfall

Glänzendes, volles Haar ist ein optisches Aushängeschild jedes Menschen. Wenn die Pracht auf dem Kopf sich verabschiedet, suchen Betroffene und Umfeld nach Erklärungen, nach Abhilfe und guten Ratschlägen.

Viele Pflegehinweise gehören in das Reich der Mythen über Haarausfall. Weit oben rangieren hierbei Tipps, die Durchblutung der Kopfhaut zu fördern, häufiger einen Frisör aufzusuchen und bloß nicht zu viel herum zu kämmen.

Durchblutung & Massagen

Die Durchblutung der Kopfhaut ist bei jedem Menschen sehr gut. Massagen sind angenehm, aber keine wirksame Methode, um das Problem des Haarverlustes buchstäblich „bei der (Haar)Wurzel“ zu packen. Ein häufiger Frisörbesuch ist eine erfreuliche Empfehlung – für den Frisör. Häufiges Schneiden ändert nichts an der Haarstärke. Bei schütterem Haar zaubert ein schöner Haarschnitt allerdings kurzfristig eine vollere optische Wirkung herbei. Wie verhält es sich mit der Anti-Kämm-Empfehlung? Die ist Unsinn! Was der Kamm aus der Haarpracht herausholt, war bereits vorher abgestorben. Bis zu hundert Haare täglich verliert jeder Mensch, ob mit Löwenmähne oder Halbglatze.

Waschen, schneiden – biegen? Weitere pflegliche Mythen über Haarausfall

Mützen, Hüte oder gar Caps seien Haarwuchskiller, behaupten selbst ernannte Berater. Eine humorvolle (wenn auch nicht wirklich wissenschaftliche) Erklärung gibt dazu die Frankfurter Rundschau: „Haare sind keine Pflanzen.“ – Natürlich nicht! Haar und Haarwurzel sind Teil des menschlichen Organismus und somit Teil des normalen Zellwachstums. Allerdings leidet die äußere Haarstruktur unter engen Kopfbedeckungen. Auch die Panik mancher Menschen, wenn sie ein Haar mit Wurzel verlieren, gehört zu den Mythen über Haarausfall. Nicht die Wurzel, sondern die Zellen im Wurzelbalg sind für das Haarwachstum verantwortlich.

Über den Pflegetipp gegen Haarausfall, die Haare nicht zu häufig zu waschen, dürften Produkthersteller und Frisöre gleichermaßen den Kopf schütteln. Es stimmt nicht, dass sich der Haarverlust bei häufigem Waschen beschleunigt. Natürlich sind die Auswirkungen dann offensichtlicher – aber das verändert weder den Prozess der Glatzenbildung, noch schädigt es das Haarwachstum. Sauberes Haar und saubere Kopfhaut unterstützen sogar das gesunde Zellwachstum. Menschen, die zu trockener Haut neigen, sollten bei häufigem Waschen dieses generelle Hautproblem mit geeigneten Pflegeprodukten bekämpfen.

Fatalismus und versuchter Humor unter den Mythen über Haarausfall

Dass die Schwangerschaft Haarverlust fördert, ist nur vorübergehend wahr. Nicht die Schwangerschaft, sondern die Hormonumstellung ab der Geburt bis zum Ende der Stillzeit stören den Hormonhaushalt. Hat der Körper seine Balance wiedergefunden, wächst das Haar wie zuvor. Ein schönes Körnchen Wahrheit steckt hingegen in dem Mythos, Glatzköpfe seien potente Liebhaber. In der Tat macht viel Testosteron im Blut mehr Lust auf viel Sex. Allerdings spielt ein als attraktiv empfundener Sexualpartner eine gleich große Rolle beim sexuellen Verlangen.

Hormonbedingter Haarausfall bei Frauen

Zur Erblast bei Haarausfall sagen die Optimisten: Frauen seien nicht vom erblichen Haarverlust betroffen. Leider leidet jede fünfte Frauen an der vererbten Überempfindlichkeit gegen DHT. Die gute Nachricht ist, dass ihr Haar nur schütter wird. Geheimratsecken oder eine Tonsur müssen sie nicht befürchten. Zu den hartnäckigsten Mythen über Haarausfall zählt die Mär von den grauen Haaren bei viel Ärger. Auch das ist nicht wahr. Wer erblich dazu neigt, dessen Haarwurzeln bilden irgendwann keine Farbpigmente mehr. Die betroffenen Haarpartien sind weiß, die ansonsten natürliche Haarfarbe wirkt grau.

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Sebastian Fiebiger: Leidest Du unter Haarausfall? Was unternimmst Du dagegen? Hat es geholfen? Bist Du in ärztlicher Behandlung? Was wurde unternommen? Hat es geholfen? Schreib uns Deine Erfahrungen, Ergänzungen und Fragen – direkt unter diesem Artikel, in den Kommentaren. Du hilfst damit auch anderen Lesern.

2 Kommentare 13.10.2017
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Kommentare:
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  • 🕝 Anonymous

    „Die Durchblutung der Kopfhaut ist bei jedem Menschen sehr gut. “

    Können Sie solche Aussagen auch beweisen anstatt solche plumpe Behauptungen aufzustellen und andere als Unsinn zu bezeichnen?
    Es gibt sehr wohl einige Studien in denen insbesondere die Geheimratsecken sehr schlecht durchblutet waren.

  • 🕝 Jens

    Poste doch mal einen Link zu solch einer Studie!

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