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Fructoseintoleranz

Fructoseintoleranz

Fructoseintoleranz – eine von vielen Ursachen für Bauchbeschwerden
(Foto: Roman Samborskyi | Shutterstock)

Lebensmittelintoleranzen und die Fructoseunverträglichkeit

Lebensmittelintoleranzen, zu denen die Unverträglichkeit von Laktose (Milchzucker), Gluten (Klebereiweissen) und Fructose (Fruchtzucker) gehören, sind in den letzten Jahren immer stärker in die öffentliche Aufmerksamkeit gerückt und es gibt eine ganze Reihe von Bemühungen, den Menschen zu helfen, die auf Grund dieser Malabsorptionen ihre Ernährungsgewohnheiten umstellen müssen. Die sog. intestinale Fructosemalabsorption ist eine der häufigsten Intoleranzen im Europäischen Raum.

Ursachen nicht vollständig geklärt

Die Ursachen für die Entstehung von Lebensmittelintoleranzen – wie der Fructosemalabsorption – sind noch nicht vollständig geklärt. Insofern kann auch noch nicht ganz eindeutig bestimmt werden, ob das zunehmende Auftreten nur mit dem gesteigerten Bewusstsein oder auch mit dem Lebenswandel innerhalb der Industrienationen zusammenhängt.

Malabsorption vs. Intoleranz

Die intestinale Fructosemalabsorption kann zu erheblichen Beschwerden und einer Beeinträchtigung der Lebensqualität führen. Medizinisch ist jedoch zunächst entscheidend, dieses häufig auftretende Syndrom von der sogenannten Hereditären Fructose-Intoleranz, einer seltenen angeborenen Störung des Fructose-Stoffwechsels, die meist bereits im ersten Lebensjahr auffällig wird, abzugrenzen. Letztere entsteht aufgrund eines erblich bedingten Enzymmangels und erfordert eine lebenslange streng fructosefreie Ernährung, da sonst schwere Schädigungen von Nieren und Leber auftreten können.

Intestinale Fructose-Malabsorption

Bei der intestinalen Fructose-Malabsorption kann den Patienten hingegen meistens schon mit einer Fructosearmen Ernährung geholfen werden.

Unterschiede zur Allergie

Ebenso muss jede Form der Lebensmittelunverträglichkeit auch von einer Allergie unterschieden werden. Die Ursachen sind grundverschieden. Während eine Unverträglichkeit dadurch entsteht, dass bestimmte Lebensmittelbestandteile schlecht verdaut werden, ist eine Allergie eine Überreaktion des Immunsystems auf bestimmte Nahrungsmittel. In schweren Fällen ist eine Allergie akut lebensbedrohlich. Unverträglichkeiten sorgen dagegen für einen erheblichen Leidensdruck und auch zu dauerhaften körperlichen Beschwerden, jedoch nie zu einer akuten Schocksituation.

Diagnose und Symptomatik

Der hier vorliegende Artikel widmet sich allein der sehr häufig vorkommenden intestinalen Fructose-Malabsorption, die im „Volksmund“ auch gemeint ist, wenn von Unverträglichkeit der Fructose die Rede ist. Menschen, die an einer intestinalen Fructosemalabsorption leiden, reagieren auf die Aufnahme von Fruchtzucker mit einer mehr oder weniger stark ausgeprägten Symptomatik, die sich in Form von teilweise sehr belastenden Befindlichkeitsstörungen äußert.

Leitsymptome

Zu diesen Störungen gehören insbesondere Bauchschmerzen, Übelkeit, Blähungen und/oder Durchfall. Teilweise tritt die Erkrankung bei fehlender Behandlung (etwa in Form einer Ernährungsumstellung mit unspezifischeren Beschwerden, wie Schwäche und Abgeschlagenheit in Erscheinung).

Häufig treten weitere Unverträglichkeiten auf

Wie bereits erwähnt ist die Ursache der Erkrankung und der daraus resultierenden Beschwerden noch nicht vollständig geklärt. Auffällig ist aber, dass Menschen, die an einer solchen Unverträglichkeit leiden, häufig auch Zuckeralkohole, wie Sorbitol schlecht vertragen. Zuckeralkohole finden sich in fast allen Lightprodukten, so dass im Rahmen einer Ernährungsumstellung oder einer vorübergehenden Auslassdiät auch darauf geachtet werden sollte, diese von der Liste zu streichen.

Behandlung der Fructoseintoleranz

Die intestinale Fructosemalabsorption kann auf Grund der Anamnese der vorliegenden Symptome, sowie durch einen H2-Atemtest nachgewiesen werden. Für die Behandlung gibt es keine Medikamente, aber man die Problematik durch eine Vermeidung fructosehaltiger Nahrungsmittel sehr gut behandeln. Dabei sollte man natürlich bedenken, dass man hier in der Zuführung von vielen Obstsorten und manchen Gemüsesorten eingeschränkt ist und daraus resultierend ein Mangel an Vitaminen und weiteren gesundheitsfördernden Stoffen entstehen kann. Je nach Form und Ausprägung der Intoleranz muss auch Haushaltszucker gemieden wieden, da dieser auch Fructose enthält.

Obst: Eine Frage des Zuckergehalts

Allerdings bestehen durchaus individuelle Unterschiede. Häufig werden Früchte, bei denen der Fruchtzucker-Anteil höher ist als der Anteil an Glukose sehr schlecht vertragen (etwa: Kernobst, Äpfel, Birnen). Im Gegensatz dazu sind Obst- oder Gemüsesorten, bei denen das Verhältnis von Fructose zu Glukose 1 zu 1 beträgt, oder der Glukosegehalt höher ist, häufig deutlich besser oder sogar sehr gut vertragen. Da bei Haushaltszucker das Verhältnis 1 zu 1 beträgt, ist dieser für viele Menschen mit einer vorliegenden Intoleranz dann doch noch verträglich. Zu den üblicherweise besser verträglichen Obstsorten gehören insbesondere Beeren und Zitrusfrüchte.

Vollständige Auslassdiät?

Manchmal wird dennoch empfohlen, über einen gewissen Zeitraum hinweg die Fructose ganz wegzulassen, weil eine Auslassdiät in manchen Fällen zu einem Verschwinden der Fructoseintoleranz führt. Eine allgemeine Empfehlung lässt sich nicht aussprechen und die Entscheidung dafür oder dagegen muss individuell getroffen werden.

Patientenerfahrungen:

Sebastian Fiebiger: Leidest Du an Fructoseintoleranz? Oder bist Du auf andere Weise mit dieser Unverträglichkeit in Verbindung gekommen? Dann schreib uns von Deinen Erfahrungen. Du hilfst damit auch anderen Betroffenen.

Was uns besonders interessiert: Wie hat sich die Erkrankung bemerkbar gemacht? Welche Untersuchungen hat der Arzt vorgenommen? Wirst Du bereits therapiert? Wenn ja, wie? Zeigt die Behandlung Erfolg? Welche Tipps hast Du für andere Patienten?

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Kommentieren? 12.10.2017
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