Was tun? Behandlung, Ursachen, Homöopathie
Tinnitus

Tinnitus - Das lästige Geräusch im Ohr

Tinnitus – Das lästige Geräusch im Ohr (Foto: Alexander Raths | iStock | Thinkstock)

Ein feines Rauschen, ein pfeifender Ton oder ein Klingeln im Ohr erscheint nicht ungewöhnlich. Meist tauchen diese Geräusche spontan auf und verschwinden nach einer Weile wieder.

Manchmal kommen sie in unregelmäßigen Abständen zurück. Im schlimmsten Falle manifestieren sie sich, so dass ein Arzt zurate gezogen werden muss. Findet dieser eine körperliche Ursache, kann dem Patienten meist schnell geholfen werden. Wird kein konkreter Auslöser festgestellt, kann die Behandlung sehr langwierig werden und manchmal schlägt keine auch gar keine Therapie an. Dann treten infolge der permanenten psychischen Belastung oft Begleiterscheinungen auf, die das Leben des Betroffenen stark beeinträchtigen.

Die Auslöser

Die Auslöser des Ohrgeräusches sind so vielfältig, wie seine Töne selbst. Die harmlosesten Möglichkeiten sind Pfropfen aus verhärtetem Ohrenschmalz oder eine Infektion – ausgelöst etwa durch eine Erkältung oder eine Mandelentzündung. Lärmbelästigung am Arbeitsplatz oder die Selbstbeschallung mit lauter Musik über Kopfhörer gehören auch zu den Ursachen, die sich leicht beheben lassen. Lassen sich keine körperlichen Ursachen finden, ist die Ursache meist psychischer Natur. Seelischer Stress gilt als häufiger Auslöser von Ohrgeräuschen.

Es kommen aber auch ernsthafte Erkrankungen wie Tumore, Schilddrüsenerkrankungen oder Störungen des Gleichgewichtsorgans in Betracht. Ein Tinnitus kann auch im Vorfeld von Schlaganfällen auftreten.

Tinnitus und seine Formen

Mediziner teilen den Tinnitus in unterschiedliche Formen ein, um die Beschwerden voneinander abzugrenzen.

  • Akuter Tinnitus – dieser besteht nicht länger als seit drei Monaten und tritt meist in Kombination mit einer Ohrerkrankung auf. Besteht das lästige Ohrgeräusch länger als ein Vierteljahr, spricht der Mediziner von einem subakuten Tinnitus.
  • Chronischer Tinnitus – nach Ablauf eines Jahres wird von einem chronischen Tinnitus gesprochen. Hier treten meist körperliche und seelische Probleme auf, da der ständige Ton das Leben stark beeinflusst. Je nach Belastungsgrad liegt die Unterteilung zwischen Grad I und IV. Grad I und II zählen zu den kompensierten Formen, die der Betroffene recht gut verkraftet. Ab Grad III leidet der Patient an einem dekompensierten Tinnitus, der mit Begleiterscheinungen wie, Kopfschmerzen, Geräuschempfindlichkeit, Konzentrations- und Schlafstörungen, Aggression, Depression und Isolation einhergeht.

Das Ohrgeräusch

Wer nicht betroffen ist, kann sich schwer vorstellen, wie belastend ein Ohrgeräusch sein kann. In der heutigen Zeit sind viele Menschen einem hohen Geräuschpegel durch Straßen- oder Baulärm oder der unbeliebten Dauerbeschallung durch Musik ausgesetzt. Beim Tinnitus handelt es sich jedoch um monotone Töne, die auch in der Nacht keine Pause kennen.

Um sich die Belastung vorzustellen, kann eine kleine Übung helfen. Ein Geräusch (leises Klingeln, das Rattern eines Zuges, Pfeifen oder das Plätschern des Wasserhahns) wird aufgenommen und dauerhaft direkt durch Kopfhörer ans Ohr weitergeleitet. Nach circa einer Stunde neigen die Ersten dazu, die Stopptaste zu drücken. Wer durchhält, wird ab der zweiten Stunde sicherlich mit Konzentrationsstörungen belohnt und das Verlangen, das Geräusch zu beenden, wird sich steigern. Hartgesottene schaffen es vielleicht vierundzwanzig Stunden, geben dann aber spätestens entnervt und übermüdet auf. Die Vorstellung, diesen Ton tagein tagaus hören zu müssen, entwickelt sich dann doch zu einer Horrorvorstellung.

Die Behandlung des Tinnitus

Tinnitus - Was tun?

Tinnitus – Was tun? (Foto: Steve Hix/Fuse | Thinkstock)

Ständig ein unangenehmes Pfeifen oder Brummen im Ohr, ohne die Möglichkeit, ein paar Minuten in vollkommener Stille entspannen zu dürfen, umreißt die Situation, in der sich von Tinnitus geplagte Mitmenschen befinden. Neben dem physischen Zustand des Gehörs kommt bei dieser Erkrankung gerade der seelischen Befindlichkeit des Patienten eine große Bedeutung zu, denn nicht selten liegen dort die Ursachen des störenden Ohrgeräuschs.

So entsteht Tinnitus

Ein kurzzeitiges Pfeifen im Ohr ohne eine äußere Quelle dazu ausmachen zu können ist fast jedem bekannt und nicht jedes Ohrgeräusch dieser Art ist als Tinnitus einzustufen. Erst wenn das Geräusch nicht verschwindet und das Befinden zu beeinträchtigen beginnt, wird von einem Tinnitus gesprochen. Besteht das Geräusch länger als sechs Monate gilt der Tinnitus als chronisch. In der überwiegenden Zahl der Fälle handelt es sich um einen subjektiven Tinnitus, denn das Ohrgeräusch ist ausschließlich vom Betroffenen selbst zu hören. Davon abzugrenzen ist die weitaus seltenere Variante, der so genannte objektive Tinnitus, bei dem die Geräuschquelle auch von anderen Personen wahrnehmbar ist.

Diagnose

Der Tinnitus selbst ist als Symptom einer zugrunde liegenden Erkrankung zu begreifen und bedarf einer gründlichen Abklärung, um schwerwiegende gesundheitliche Probleme auszuschließen.

Auch, wenn ein Tinnitus scheinbar spontan entsteht und keine eindeutige Ursache auszumachen ist, stehen große Lärmbelastungen, Halswirbelsäulenprobleme, ein Hörsturz und weitere Faktoren als Auslöser im Verdacht. Auch ein hoher Stresspegel kann das Ohrgeräusch verursachen. Entzündliche Prozesse des empfindlichen Innenohrs können ebenfalls einen Tinnitus auslösen – selbst dann, wenn sie keine wahrnehmbaren Schmerzen verursachen. Die aus der Entzündung resultierenden Gewebe- und Nervenschäden können einen subjektiven Tinnitus hervorrufen.

Das hilft gegen Tinnitus

Nicht jedes Ohrgeräusch bleibt über Wochen, Monate oder sogar Jahre ein dauerhafter Begleiter. In vielen Fällen klingt der Tinnitus von selbst ab und stellt keine Beeinträchtigung mehr dar.

Trotzdem gilt: Je früher der Tinnitus behandelt wird, desto höher ist die Chance, dass er schnell wieder verschwindet, denn mit jedem weiteren Tag steigt die Gefahr, dass aus dem störenden Geräusch eine dauerhafte Belastung wird. Doch auch, wenn der Tinnitus nicht verschwinden will existieren viele Strategien, damit umzugehen.

Tinnitusmatching & Cortison

Zu den erfolgversprechenden Therapien gehört das so genannte Tinnitusmatching, bei dem der Tonwert des Ohrgeräusches individuell bestimmt wird. Mit einem entsprechend angepassten Gegenton wird der Tinnitus überdeckt und für den Patienten nicht mehr wahrnehmbar. Sollten Entzündungsprozesse der Auslöser des Tinnitus sein hilft neben einer Cortisonbehandlung auch eine entzündungshemmende Ernährung mit einem abgestimmten Speiseplan.

Überdeckung mit anderen Geräuschen

Da Lärm und Geräusche, die man nicht hören möchte – wie das beim Tinnitus der Fall ist – als Fremdbestimmung empfunden werden, sollte der Patient auch selbst aktiv werden und Maßnahmen ergreifen, wenn das Ohrgeräusch besonders schwer erträglich ist. Eine zusätzliche Geräuschquelle, wie beispielsweise das Radio oder ein Fernsehprogramm im Hintergrund kann den Tinnitus zumindest für eine kurze Zeit überdecken und Entspannung ermöglichen.

Psychische Probleme

Gerade bei chronischen Verläufen, die bei Patienten zu Angststörungen, Depressionen und Arbeitsunfähigkeit führen können, sollte eine langfristige Therapie zur Stressreduktion in Erwägung gezogen werden, denn nicht selten hat der Tinnitus genau dort seine Ursache.

Mit dem Erlernen von Entspannungsübungen, Pausen vom Alltag, Sport und neuen Freiräumen gewinnen Tinnituspatienten Lebensqualität und Selbstbestimmung zurück. Auch tiefer liegende psychische Probleme können hinter dem Ohrgeräusch stecken. Um Körper und Seele die Möglichkeit zur Heilung zu geben, kann eine Psychotherapie grundlegende Probleme der eigenen Biografie thematisieren und zu einem neuen Umgang mit sich und der persönlichen Situation führen.

Die Therapiemöglichkeiten bei Tinnitus sind so vielfältig, wie der Tinnitus selbst. Nachdem der Arzt den Grad der Ohrgeräusche und seine Intensität festgestellt hat, wird er eine Therapie auswählen, bei der auf die Ursache eingegangen wird.

Tinnitus Therapie - Die besten Therapien gegen Ohrgeräusche

Tinnitus Therapie – Die besten Therapien gegen Ohrgeräusche (Foto: Trish233 | iStock | Thinkstock)

Ziel ist es, den chronischen Verlauf zu verhindern. Schwerer wird es allerdings, sollte sich der Tinnitus schon manifestiert und chronifiziert haben.

Akuter Tinnitus richtig therapiert

Im akuten Stadium, versucht der Arzt mit medikamentösen Behandlung den Tinnitus zu therapieren. Hier stehen folgende Mittel zur Auswahl:

Cortison

Cortison wirkt durchblutungsfördernd, entzündungshemmend und abschwellend. Somit wird dieses Medikament meist bei Patienten eingesetzt, deren Tinnitus von einer Ohrerkrankung herrührt. Um eine optimale Wirkung zu erzielen, wird das Medikament intravenös durch eine Injektion oder einer Infusion verabreicht. Die Therapie wird meist nach zehn Tagen mit sehr guten Erfolgschancen abgeschlossen.

Gefäßerweiternde Mittel

Ein Tinnitus kann durch Verengung der Blutgefäße entstehen. Sollte dies die Ursache sein, werden gefäßerweiternde Medikamente zur Verbesserung der Durchblutung verabreicht. Viele Patienten stellen im Laufe ihrer Erkrankung fest, dass Alkohol (Rotwein) den Tinnitus verbessert. Die Wirkung des Alkohols lässt sich auf die Entspannung, die Gefäßerweiterung und die Verbesserung der Durchblutung zurückführen. Jedoch ist Alkohol nicht das richtige Mittel, um dauerhaft einen Tinnitus zu bekämpfen. Tinnitus gegen Alkoholismus einzutauschen, ist keine attraktive Alternative.

Kalziumantagonisten

Oft geht der Tinnitus mit erhöhten Blutdruckwerten einher. In diesem Fällen kommen Kalziumantagonisten zum Einsatz

Lidocain

Studien mit Lidocain haben eine kurzzeitige Verbesserung der Ohrgeräusche belegt. Durch die hohen Nebenwirkungen kommt eine Langzeittherapie mit Lidocain allerdings nicht infrage.

Die richtige Therapie des chronischen Tinnitus

Bei der chronischen Form der Ohrgeräusche treten die medikamentösen Behandlungsmaßnahmen in den Hintergrund und die psychologische Diagnostik und Therapie in den Vordergrund. Gespräche mit einem Psychologen können helfen, die beste Langzeittherapie für den Betroffenen zu finden. Natürlich gehören Veränderungen im Lebensstil dazu, da der chronische Tinnitus meist ein Überlastungszeichen ist. Folgende weitere Therapien sind sinnvoll:

Körpertherapie

Hiermit sind beispielsweise Atemtherapie, Biofeedback und Hydrotherapie gemeint. Bei der Hydrotherapie wird Wasser in verschiedenen Zuständen (Eis, Dampf, Flüssigkeit) verwendet, um die Gefäße zu trainieren und den Körper zu entspannen. Eine jedem bekannte Hydrotherapie ist beispielsweise das Saunieren mit anschließenden Kneippschen Güssen.

Beim Biofeedback werden körperliche Abläufe mittels eines Gerätes sichtbar gemacht. Ziel der Therapie ist es, zu lernen, diese körperlichen Abläufe bewusst zu beeinflussen.

Die Atemtherapie dient ebenfalls dazu, dass der Patient Körperfunktionen bewusst wahrnimmt und lernt, diese zu steuern. Diese Behandlungen werden teilweise miteinander verbunden und mit Entspannungstherapien, wie Yoga, Autogenem Training, Progressiver Muskelentspannung nach Jacobson, kombiniert. Gleichzeitig wird vom Arzt eine Psychotherapie und ggf. eine Hörgeräteanpassung angeboten.

Naturheilkundliche Maßnahmen

Auch die Naturheilkunde beschäftigt sich intensiv mit dem Tinnitus, litten doch schon Goethe und Martin Luther unter dieser Krankheit. Früher galten Ausleitungsverfahren – wie das Schröpfen oder das Ansetzen von Blutegeln – zu den beliebten Therapieformen. Heute arbeiten viele Heilpraktiker und Ärzte mit einer Kombination aus Massage, Akupunktur, Pflanzenheilkunde oder der Klassischen Homöopathie. In der Pflanzenheilkunde werden beruhigende Kräuter, wie Melisse, Hopfen oder Baldrian, eingesetzt. Für die klassische Homöopathie bedarf es eine ausführliche Anamneseerhebung, um dem Patienten das passende Mittel zur Verfügung zu stellen.

Tinnitus Behandlung

Tinnitus Behandlung (Foto: Huntstock | Thinkstock)

Ganzheitlicher Klinikaufenthalt

Es stehen den Patienten auch ganzheitlich orientierte Kliniken zur Verfügung, in denen intensiv am Tinnitus und seinen möglichen Ursachen gearbeitet werden kann. Hier werden verschiedene Formen der Therapie kombiniert und speziell auf den Tinnituspatienten abgestimmt. Zusätzlich kann ein gesunder Lebensstil mit gesunder Ernährung und ausreichend Bewegung sowie dem nötigen Abbau von Stress hilfreich unterstützen. Wer sich detaillierter erkundigen will, wendet sich an Deutsche Tinnitus-Liga.

Ursachen

Tinnitus - Die Ursachen der Ohrgeräusche

Tinnitus – Die Ursachen der Ohrgeräusche (Foto: LUNAMARINA | iStock | Thinkstock)

Tinnitus ist eine Krankheit, die die Lebensqualität sehr stark beeinflussen kann. Das geschieht vor allem dann, wenn dieser Zustand länger anhält.

Normale Geräusche im Ohr – das hat jeder Mensch. In manchen Fällen werden sie noch nicht einmal wahrgenommen, weil sie nur kurzzeitig auftreten. Doch sobald diese Geräusche – etwa als Pfeifen, Brummen oder Rattern – länger auftreten, spricht man vom Tinnitus.

Wie entsteht Tinnitus?

Es gibt verschiedene Ursachen für Ohrgeräusche. Neben Entzündungen im Ohr kommt eine starke Lärmbelastung, wie dies zum Beispiel bei einem Konzert der Fall ist, infrage. Während die Folgen eines hohen Schalldrucks in der Regel nach einigen Tagen vor selbst wieder verschwinden, sind Ohrentzündungen behandlungsbedürftig.

Häufig ist die Ursache jedoch psychischer Natur. Starker Stress und Depressionen sind bekannte Auslöser für Ohrgeräusche.

Weitere mögliche Ursachen für einen Tinnitus sind Hörsturz, Schwerhörigkeit im Alter, Schläge auf das Ohr und die sogenannte Taucherkrankheit. Auch Diabetes, Bluthochdruck, niedriger Blutdruck oder ein Hirntumor können für die Beschwerden verantwortlich sein.

Liste der Tinnitus Ursachen

  • Entzündungen im Ohr (z.B. Mittelohrentzündung)
  • hohe Lärmbelastung
  • Stress, hohe psychische Belastung
  • Hörsturz
  • Schwerhörigkeit
  • Verletzung / Schlag auf das Ohr
  • Taucherkrankheit
  • Diabetes
  • Bluthochdruck
  • niedriger Blutdruck
  • Hirntumor
  • Blutarmut (Anämie)
  • Histaminintoleranz
  • Fibromyalgie
  • Sonnenstich
  • Burn-Out-Syndrom
  • Hashimoto
  • Borreliose

Wann muss der Arzt aufgesucht werden?

Tinnitus kommt häufig vor. Bei den meisten Menschen verschwindet dieser jedoch innerhalb von drei Tagen. Sollten die Ohrgeräusche länger anhalten, sollte unbedingt ein HNO aufgesucht werden, um behandlungsbedürftige organische Ursachen auszuschließen.

Homöopathie

Homöopathische Behandlung des Tinnitus

Homöopathische Behandlung des Tinnitus (Foto: totalpics | iStock | Thinkstock)

Sind organische Ursachen ausgeschlossen, stoßen Schulmediziner bei der Behandlung eines Tinnitus schnell an ihre Grenzen. Der Patient hört dann einen Satz wie: „Sie müssen mit dem Ohrgeräusch zu leben lernen.“

Die Klassische Homöopathie folgt dem Grundsatz „Ähnliches mit Ähnlichem heilen“ (irrtümlich wird oft gesagt: „Gleiches mit Gleichem heilen“, was jedoch nicht dem homöopathischen Prinzip entspricht. Ansonsten müsste das Ohrgeräusch durch ein gleiches Geräusch geheilt werden). Der Arzt Samuel Hahnemann veröffentlichte seine ersten Theorien über die Verdünnung und Potenzierung von Substanzen, die zur Heilung krankhafter Symptome dienen, 1796. Für die homöopathische Behandlung bedarf es einer Erstanamnese – also einer Befragung des Patienten – die sich über mehrere Stunden erstrecken kann. Danach folgt die Repertorisierung – die Findung der geeigneten Mittel.

Anamnese

Während der Erstbefragung werden die Hintergründe der Ohrgeräusche genau erfasst und auch die Lebensweise des Patienten mit einbezogen. Der Homöopath versucht zu erkennen, unter welchen Umständen der Tinnitus sich verbessert oder verschlechtert und wann er das erste Mal auftrat. Die Befragung wirkt auf den Patienten oftmals verwirrend, da auch Erkrankungen der Eltern, Großeltern, Geschwister, sowie Impfungen und Kinderkrankheiten zur Sprache kommen. Meist fühlt sich der Betroffene jedoch gut aufgehoben und spürt eine Erleichterung, da seine Krankheit von allen Seiten beleuchtet und ernst genommen wird.

Die Mittelfindung

Nachdem die Erstanamnese abgeschlossen ist, erfolgt die Repertorisierung. Hierbei wird versucht, ein Mittel zu finden, das ähnliche Symptome beim gesunden Menschen auslöst. Oftmals reicht die Gabe eines homöopathischen Mittels nicht aus, dann werden Folgemittel verschrieben, bis der Tinnitus wieder abklingt.

Mögliche homöopathische Mittel

Möglicherweise wird der Homöopath auf folgende Mittel zurückgreifen:

  • Adonis vernalis: Das Adonisröschen wird in der Homöopathie bei Schilddrüsenüberfunktion und Bluthochdruck verwendet. Die betroffene Person ist meist hektisch und unruhig und mutet sich zu viel zu. Adonis vernalis soll Körper und Geist beruhigen und die Fehlfunktion des Herz-Kreislaufsystems ausgleichen.
  • Mandragora e radice: Die Alraunenwurzel wird in der Homöopathie bei Depressionen, vegetativer Dystonie (Störung des vegetativen Nervensystems), erhöhter Reizbarkeit und Konzentrationsschwäche verordnet. Menschen, die an ihrem Ohrgeräusch schier verzweifeln und unter depressiven Verstimmungen leiden, soll dieses Mittel besonders gut helfen.
  • Tabacum: Wer schon einmal eine Zigarette probiert hat, kennt den Zustand, der unmittelbar nach dem Genuss auftreten kann. Übelkeit, Schwindelgefühl mit einem Fiepen oder Sausen im Ohr und Schwäche in den Beinen. So fühlen sich auch viele Tinnitus-Patienten – erschöpft und ausgelaugt, blass und mager. Mit mäßigem Appetit werden Mahlzeiten ausgelassen. Das Hungergefühl ist unterdrückt.
  • Xanthoxylum fraxineum (Gelbholz): Nervöse Menschen, die schon bei kleinen Anlässen niedergeschlagen sind und immer wieder unter Migräne leiden, können durch die innere Erschöpfung einen Tinnitus ausbilden. Hier müssen Geist und Wertschätzung der eigenen Person gefördert werden, damit das Ohrgeräusch abklingen kann. Gelbholz soll den Menschen stabilisieren, der oft mit seinem eigenen Schicksal hadert.

Die Potenz

In der Homöopathie werden Mittel in verschiedenen Potenzen (Beispiel: D6, C30, 12 LM) verabreicht. Der Homöopath wählt die richtige Dosierung und Potenzierung nach dem körperlichen und geistigen Zustand seines Patienten aus.

Updates & Studien

Links & Quellen

1 Deutsche Tinnitus Liga

Sebastian Fiebiger: Hattest Du schon mal einen Tinnitus? Wie bist Du ihn wieder losgeworden? Was hat Dir geholfen? Schreib uns Deine Erfahrungen! Direkt in den Kommentaren unter diesem Artikel. Das funktioniert ganz ohne lästige Anmeldung. Du hilfst damit auch anderen Betroffenen.

Kommentieren? 26.06.2018 Wichtige Hinweise
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
Loading...

Weitere Artikel zum Thema:
Kommentare:
Diskutieren, Fragen & Erfahrungsaustausch:
Zu diesem Beitrag gibt es noch keine Kommentare. Schreib einen!
Dein Kommentar:
« Gebärmutterkrebs Symptome
» Kita-Start: Wenn das Kind ständig krank ist